Starpals - das Lexikon  
   
 
Tierkreiszeichen
 

Der Stier

...in der griechischen Mythologie

Um den Stier ranken sich viele Sagen und Geschichten. Zwei von Ihnen sind besonders erwähnenswert...
Der Raub der Europa
Zeus, der Göttervater und Schwerenöter, hatte ein Auge auf die schöne Europa, die Tochter des Königs von Phönizien, geworfen. Nicht unbedingt die beste Entscheidung, denn seine Frau Hera war eine ziemlich rachsüchtige Partie. Man konnte ihr (allein aufgrund der schieren Anzahl an Zeus außerehelichen Aktivitäten) schon fast eine Art sadistische Freude unterstellen. Sie kümmerte sich nämlich eifrig darum, die Liebschaften ihres Ehemannes aus dem Weg zu räumen - und zwar endgültig. Da Zeus das Wohlergehen seiner Geliebten am Herzen lag, musste er sich immerzu neue Listen ersinnen, damit Hera nichts von seinen Eroberungen mitbekam...
Ein bisschen naiv...
Als die schöne Europa nun eines Tages am Strand spazieren ging, wurde sie wieder einmal von Zeus beobachtet. Aus Angst davor, von seiner Frau entdeckt zu werden, verwandelte sich dieser in einen weißen Stier und näherte sich behutsam der zarten Prinzessin. Auf Europa wirkte der Stier trotz seiner Größe und Kraft liebenswert und zahm. Aus einem unbestimmten Impuls heraus setzte sie sich schließlich auf seinen Rücken und ließ sich den Strand entlang tragen. Dass sich der Stier dabei immer weiter ins Wasser begab, wurde ihr erst bewusst, als es bereits zu spät war.
 
Egal wie laut sie schrie und bettelte - der Stier war nicht zur Umkehr zu bewegen. Panisch krallte sie sich in seinem Rücken fest und versuchte, nicht den Mut zu verlieren, während sich der Stier immer weiter von der Insel entfernte. Erst am zweiten Tag ihrer Entführung kam erneut Land in Sicht, und als der Stier das Ufer der Insel Kreta betrat, offenbarte ihr Zeus seine wahre Gestalt und machte Europa zu seiner Geliebten.
 
Aus dieser Verbindung gingen drei Söhne hervor: Minos, Rhadamanthys und Sarpedon. Europa wurde später die Gemahlin von Asterios, dem König von Kreta. Er adoptierte auch ihre drei Kinder.
 
Der Minotaurus
Als viele Jahre später Asterios starb und es um die Frage ging, wer die Erbfolge antreten und der neue König von Kreta werden sollte, kam es zum Streit zwischen den drei Brüdern. Minos rief Poseidon, den Gott des Meeres zu Hilfe und dieser schickte ihm einen prächtigen Stier als Opfergabe. Prinzipiell hätte Minos mit diesem Opfer der neue König werden können, aber der Stier war so prächtig und beeindruckend, dass er es nicht über´s Herz brachte, ihn zu opfern.
 
Poseidon war darüber nicht erfreut. Schließlich hatte er einen Pakt mit Minos geschlossen. Aus Wut löste er in der Frau von Minos den Wunsch aus, sich mit dem Stier zu paaren. Pasiphae ließ sich also von dem Handwerker Daidalos eine hölzerne Kuh bauen, in der sie sich von dem Stier begatten ließ. So gebar sie den Minotaurus, ein Ungeheuer mit dem Oberkörper eines Stiers und dem Unterleib eines Menschen (und einer besonderen Vorliebe für Menschenopfer).
 
Minos musste sich nun etwas einfallen lassen, denn ein frei herumlaufendes Ungetüm auf seiner Insel hätte für allerlei Komplikationen gesorgt. Er befahl Daidalos, der ja nun schon einige Erfahrung mit Konstruktionen für Stiere hatte, ein Labyrinth zu bauen, in das der Minotaurus eingesperrt werden sollte.
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